Ist China eine Weltmacht?

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Ist China eine Weltmacht?

Gibt es sie bereits, die Weltmacht China? Bereits seit Ende der 90er Jahre wurde der Aufstieg Chinas zur Weltmacht verausgesagt (genau genommen hat diesen bereits Napoleon Bonaparte Ende des 18. Jahrhunderts vorhergesagt, sobald China aus seinem "Dornröschenschlaf" erwachen würde).

In vielen westlichen Medien wird heute gern behauptet, China sei bereits eine Weltmacht. Eine "Weltmacht China" spricht die Sorge vieler Menschen in Europa an und verkauft Zeitungen.

Aber eine Weltmacht ist China heute noch nicht. Jedoch hat das "Reich der Mitte" inzwischen die Oberliga der Weltpolitik erreicht und das, obwohl China in den meisten Landesteilen weiterhin ein Entwicklungsland ist.

Warum ist China keine Weltmacht

Chinas Militär ist bisher erst drittklassig, und außer Investitionen in die Marine, macht China keine großen Anstalten, sein Militär stark aufzurüsten oder umfassend zu modernisieren. Im Binnenland benötigt China keine starke Armee sondern eine gut ausgestattete Polizei, um die öffentliche Sicherheit und die politische Stabilität des Landes zu erhalten. Denn nur so war der schnelle wirtschaftliche Aufstieg möglich, der China in eine weltweite Spitzenposition katapultiert hat.

Die gut ausgerüstete Marine ist für China notwendig, um dem relativ aggressiven Verhalten der USA im Chinesischen Meer etwas entgegen stellen zu können. Die USA haben permanent Kriegsschiffe rund um die chinesische Küste stationiert. Früher war China diesem Verhalten machtlos ausgeliefert. Heute ist es möglich, ebenfalls eigene Schiffe in seinen Gewässern einzusetzen.

Im militärischen Bereich ist China also keine Weltmacht, und wie es aussieht strebt es eine solche Position bisher auch nicht an.

Eine Weltmacht benötigt Rohstoffe

Statt den Zugriff auf Bodenschätze wie Uran und Erdöl durch militärische Kooperation oder Bedrohung zu sichern, versucht China dies insbesondere durch wirtschaftliche Kooperation und Hilfen zu erreichen. So baut China Infrastruktur-Projekte in zahlreichen afrikanischen und südost-asiatischen Ländern, oder hilft zum Beispiel bei der Errichtung von Regierungsgebäuden in Ost-Timor.

Diese Einflussnahme durch wirtschaftliche Beihilfen ist der "Entwicklungshilfe" sehr ähnlich, mit dem westliche Regierungen seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ihren Einfluss in weniger entwickelten Ländern zu sichern versuchen.

China die Wirtschafts-Weltmacht

Wirtschaftlich ist China bereits heute relativ einflussreich. Jedoch ist es weiterhin nicht voll in das internationale Wirtschaftsgeschehen integriert. Nach dem chinesischen WTO-Beitritt gegen Ende des Jahren 2001 hat das Reich der Mitte viele gesetzliche Anpassungen an internationale Regeln vorgenommen und zahlreiche nationale Märkte für die internationale Konkurrenz geöffnet.

Aber in vielen Bereichen ist China auch weiterhin vom internationalen Marktgeschehen abgetrennt. So sind chinesische Banken und Versicherungen weiterhin vor Konkurrenz aus dem Ausland geschützt, um zunächst in China ein konkurrenzfähiges Finanzsystem aufzubauen. Chinesische Banken sind zwar sehr groß in der Kundenanzahl, aber viele Abläufe und Praktiken sind weiterhin reformbedürftig.

Auch bei der Gesetzgebung hat China noch einiges zu tun, um zu einer echten Wirtschafts-Weltmacht zu werden. Unter anderem beim Schutz von Patenten und Marken hat China noch große Probleme, unter anderem auch weil der Wille zu echten Reformen noch nicht da ist. Das Land profitiert wirtschaftlich einfach zu sehr von den Übernahmen ausländischer Erfindungen und Ideen.

Währungs-Weltmacht China

Bisher hat China noch keine international gehandelte Währung. Der chinesische Yuan RMB wird von der Regierung künstlich nahe einem festgelegten Wechselkurs zum US-Dollar gehalten und alle chinesischen Exporte müssen bisher in US-Dollar abgerechnet werden.

Diese Regelung soll jedoch, so wurde Anfang 2011 beschlossen, in den kommenden Jahren geändert werden. Zukünftig sollen chinesische Exporte auch in Yuan RMB abgerechnet werden können. Ein Pilotprojekt hierzu läuft bereits seit einigen Jahren.

Eine solche Änderung würde China zusätzlichen internationalen Einfluss sichern, da sich der Yuan neben dem US-Dollar und dem Euro als eine Reservewährung durchsetzen könnte und vielleicht sogar den japanischen Jen verdrängen würde. Chinas Ziel ist es, dass der Yuan bis 2020 einen Anteil von rund 5% an den internationalen Währungsreserven anderer Länder erreichen soll. Wenn dies gelingt, wäre es ein wichtiger Schritt für China hin zu mehr wirtschaftlichem Einfluss in der Welt.

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